Malta · Staatsbürgerschaft durch Investition
Staatsbürgerschaft durch Einbürgerung für außergewöhnliche Leistungen mittels Direktinvestition
Das Programm wurde vom EuGH (Große Kammer) in der Rechtssache C-181/23, Europäische Kommission gegen Republik Malta, am 29. April 2025 für unionsrechtswidrig erklärt. Malta hob den Investitionsweg mit dem Maltese Citizenship (Amendment) Act, Act XXI of 2025, auf, veröffentlicht und in Kraft seit dem 24. Juli 2025. Neue Anträge werden nicht mehr angenommen. Es war das letzte direkte Programm für Staatsbürgerschaft durch Investition in der Europäischen Union.
Das ist die folgenreichste Entscheidung zur Staatsangehörigkeit in der Geschichte der EU. Der Gerichtshof entschied, dass die Verleihung der Staatsangehörigkeit durch einen Mitgliedstaat, traditionell eine ausschließliche souveräne Kompetenz, durch das Unionsrecht begrenzt wird, sobald sie die Unionsbürgerschaft kommerzialisiert. Jedes verbliebene Passangebot im EU-Umfeld ist nun an diesem Urteil zu messen. Wer 2026 noch einen maltesischen Passweg vermarktet, verkauft etwas, das es nicht gibt.
Qualifizierende Wege
Der Weg wurde am 24. Juli 2025 abgeschafft.
Der Weg wurde am 24. Juli 2025 abgeschafft.
Die Fakten
- Mindestinvestition
- €600k
- Gesamtkosten inkl. Nebenkosten
- Historisch verlangte der Weg einen Beitrag von EUR 600.000 bis 750.000 zuzüglich einer wohltätigen Spende von EUR 10.000 sowie einen Immobilienkauf ab EUR 700.000 oder eine Miete ab EUR 16.000 pro Jahr, jeweils fünf Jahre lang gehalten. Rechnet man Due-Diligence- und Agenturgebühren hinzu, lagen die Gesamtkosten für einen Einzelantragsteller bei rund EUR 900.000 bis 1,2 Mio. Das ist nur noch von akademischem Interesse. Den Weg gibt es nicht mehr.
- Art des Wegs
- Staatsbürgerschaft durch Investition
- Zeitrahmen
- 1–3 Jahre (Historisch. Es gab Aufenthaltsstufen von 12 oder 36 Monaten.)
- Physische Anwesenheit
- Historisch war die geforderte Anwesenheit minimal. Der EuGH hielt fest, dass Antragsteller nur zweimal persönlich in Malta erscheinen mussten, ein Punkt, der für seine Feststellung zentral war, dass keine echte Verbindung zum Land bestand.
- Familie
- EhepartnerKinder unter 29 konnten als unterhaltsberechtigte Personen einbezogen werdenEltern und Großeltern über 55 konnten als unterhaltsberechtigte Personen einbezogen werden
- Daueraufenthalt
- Nicht zutreffend. Das Programm verlieh die Staatsbürgerschaft unmittelbar.
- Staatsbürgerschaft
- geschlossen
- Sprachtest
- Es war keiner erforderlich.
- Doppelte Staatsbürgerschaft
- Erlaubt
- Anforderungen
- nicht mehr zutreffend
- Das Programm ist weg. Werten Sie jede Werbung aus dem Jahr 2026, die maltesische Staatsbürgerschaft durch Investition, MEIN oder ein letztes Zeitfenster anbietet, als Warnsignal. Mehrere Vermittler haben es auch nach dem 24. Juli 2025 weiter beworben.
- Die Begründung des EuGH reicht weit über Malta hinaus. Die Verleihung der Staatsangehörigkeit gegen vorab festgelegte Zahlungen ohne echte vorherige Verbindung verstößt gegen Artikel 20 AEUV und gegen die Pflicht zur loyalen Zusammenarbeit aus Artikel 4(3) EUV. Das ist ein Präzedenzfall, der jedes künftige Modell in der EU begrenzt.
- Bereits eingebürgerten maltesischen Staatsbürgern wird die Staatsangehörigkeit durch das Urteil selbst nicht entzogen. Die Ausführungen des Gerichtshofs zum gegenseitigen Vertrauen bedeuten aber, dass Inhaber noch jahrelang mit verschärfter Prüfung bei Banken und im Onboarding rechnen sollten.
- Der Gerichtshof wies das Argument Maltas ausdrücklich zurück, dass nur allgemeine und systematische Verstöße das Unionsrecht berühren. Das verengt die Verteidigungslinie für jedes Nachfolgemodell.