Portugal · Staatsbürgerschaft durch Abstammung
Portugiesische Staatsbürgerschaft durch Abstammung
Reformiert durch das Organgesetz 1/2026, in Kraft seit dem 19. Mai 2026. Die Wege über Eltern und Großeltern bleiben bestehen, doch Enkelkinder unterliegen nun ausdrücklich den Tests zu Sprache, Kultur, Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit nach Artikel 6(1)(c) bis (h).
Der Weg über den 3. Grad ist neu, und er wird weithin als bequemer Anspruch aus einem Urgroßelternteil verkauft. Das ist er nicht. Artikel 6(8) erlässt allein die Anforderung an die Dauer des Aufenthalts. Er verlangt weiterhin fünf Jahre tatsächlichen rechtmäßigen Aufenthalt in Portugal. Zugleich ist der Weg über die Großeltern still und leise schwerer geworden. Wo zuvor keiner stand, steht nun ein Test zu Sprache und Kultur.
Qualifizierende Wege
Artikel 1(1)(c) betrifft die Staatsangehörigkeit von Geburt an: Eintragung der Geburt im portugiesischen Personenstandsregister oder Erklärung des Willens, Portugiese zu sein. Es gibt keine Aufenthaltsanforderung, keinen Sprachtest und keinen Test auf wirksame Bindungen.
Artikel 1(1)(d): Das ist Staatsangehörigkeit von Geburt an durch Erklärung. Sie setzt wirksame Bindungen zur nationalen Gemeinschaft voraus. Seit 2026 gelten zusätzlich die Anforderungen nach Artikel 6(1)(c) bis (h), einschließlich des Tests zu Sprache und Kultur.
Artikel 6(8): Einbürgerung mit Erlass der Anforderung an die Dauer des Aufenthalts. Gleichwohl sind 5 Jahre rechtmäßiger Aufenthalt in Portugal zwingend. Das ist kein Weg für jemanden, der im Ausland lebt.
Die Fakten
- Minimum
- €250
- Gesamtkosten inkl. Nebenkosten
- EUR 175 bis 400 an amtlichen Gebühren je Antragsteller, dazu EUR 2.000 bis 8.000 an Kosten für Recht, Genealogie, Übersetzung und Apostille. Die Hauptvariable ist die Beschaffung brasilianischer und sonstiger ausländischer Urkunden.
- Art des Wegs
- Über Abstammung
- Zeitrahmen
- 1–3 Jahre (Die Bearbeitung übernimmt die Conservatória dos Registos Centrais. Historisch dauerte das 12 bis 24 Monate, und dieses Fenster wird länger.)
- Physische Anwesenheit
- Für den 1. und den 2. Grad ist keine erforderlich. Für den 3. Grad sind 5 Jahre rechtmäßiger Aufenthalt erforderlich.
- Familie
- Minderjährige Kinder können die Staatsangehörigkeit durch Erklärung erwerben, sobald die Staatsangehörigkeit eines Elternteils registriert ist
- Daueraufenthalt
- Nicht zutreffend. Dieser Weg führt unmittelbar zur Staatsbürgerschaft.
- Staatsbürgerschaft
- Sofort mit der Registrierung. Die Registrierung selbst hat konstitutive Wirkung (Artikel 19(2)).
- Sprachtest
- Für den 1. Grad keiner. Für den 2. Grad gilt nach Artikel 1(3) nun ein Test zu Sprache und Kultur. Das erforderliche Niveau steht noch aus und wird durch Verordnung geregelt.
- Doppelte Staatsbürgerschaft
- Erlaubt
- Anforderungen
- Belegte, lückenlose Abstammung von einer Person mit portugiesischer Staatsangehörigkeit von Geburt anDer Vorfahre darf die portugiesische Staatsangehörigkeit vor der maßgeblichen Geburt nicht verloren habenFür Antragsteller zweiten Grades: wirksame Bindungen zur nationalen Gemeinschaft sowie die Anforderungen nach Artikel 6(1)(c) bis (h)Für den 3. Grad: 5 Jahre rechtmäßiger Aufenthalt in Portugal.Führungszeugnis für volljährige AntragstellerApostillierte und übersetzte Personenstandsurkunden
- Enkelkinder, also Nachkommen zweiten Grades, sehen sich nun der vollen Batterie an Tests nach Artikel 6(1)(c) bis (h) gegenüber. Wenn Ihnen jemand gesagt hat, für Enkelkinder gebe es keinen Test, hatte er vor dem 19. Mai 2026 recht. Danach hat er unrecht.
- Der Weg über Urgroßeltern, also der dritte Grad, verlangt fünf Jahre rechtmäßigen portugiesischen Aufenthalt. In der Praxis ist das ein Aufenthaltsprogramm mit genealogischem Rabatt und kein echter Abstammungsanspruch.
- Die Anforderung, dass Antragsteller zweiten Grades wirksame Bindungen zur nationalen Gemeinschaft nachweisen, bleibt ein Ermessenstest mit hoher Beweislast. Sprache, Besuche, Immobilien, Familie und Engagement in der Gemeinschaft zählen alle, und Ablehnungen sind häufig.
- Der Vorfahre muss die portugiesische Staatsangehörigkeit von Geburt an besessen und darf sie nicht verloren haben. Das ist ein erstaunlich häufiger Stolperstein bei Familien, deren Vorfahren sich vor der Geburt des Nachkommen anderswo haben einbürgern lassen.
- Die Durchführungsverordnung steht Mitte Juli 2026 weiterhin aus. Die für den Weg über den dritten Grad oft genannte Sprachanforderung B1 taucht in beratender Kommentierung auf, steht aber nicht im Gesetz selbst.
- Die Anforderungen an die Unterlagen sind hoch. Rechnen Sie mit Apostillen, beglaubigten Übersetzungen und einer lückenlosen Kette von Personenstandsurkunden. Kalkulieren Sie 1 bis 3 Jahre ein.